Fakten rund um diesen Artikel:

1.      Runde 5

2.      Der Wiener Sportklub ist Letzter der Regionalliga Ost und hat nur einen Punkt auf dem Konto.

3.      Der WSK hat die ersten beiden Heimspiele verloren.

4.      Oberwart hat bisher seine beiden Auswärtsspiele verloren.

5.      Oberwart ist Letzter der Auswärtstabelle.

 

Erschienen in den Alszeilen, Stadionzeitung des Wiener Sportklubs, am 28.08.2015

Die ersten drei Wochen der Saison waren hart. Nicht nur für die Mannschaft, den Trainer, den Verein an sich, sondern auch für einige der Anhänger. Einen Punkt aus drei Spielen ist jetzt nicht gerade eine optimale Ausbeute. Zwar war in der zweiten Halbzeit des ersten Spiels gegen Parndorf ein klares Aufbäumen und Gegenwehr zu sehen, aber in der letzten Partie gegen Schwechat war das ganz anders. Das war mitunter eine der schwächsten Partien die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Für mich stellt sich folgendes Problem dar. Wenn wir eine Mannschaft hätten, die aufgrund der Spielerqualitäten einfach nicht mehr drauf hat ist das was anderes als mit einem Team, das definitiv wesentlich besser spielen könnte. Unser Kader ist gut genug um im Mittelfeld mitzuspielen. Wir haben viele Spieler mit anschaulichen Fähigkeiten. Von dem her, sollte wir im Grunde ja durchaus ansehnliche Matches zu sehen bekommen. Warum ist das nicht der Fall? Ich weiß es nicht und es hat für mich auch keinen Sinn, darüber zu philosophieren. Wir haben einen fähigen Trainer, der über genug Erfahrung verfügt, um die Sache zu meistern.

 

Über eine Sache muss ich aber doch meine Gedanken äußern. Wir alle sind Anhänger von einem speziellen Verein. Nicht nur der Fußball ist hier Thema, sondern man setzt sich auch für andere wichtige Bereiche ein. Es werden klare Zeichen gegen Rassismus und Homophobie sowie für Gleichberechtigung gesetzt. Die letzte tolle „Refugees welcome“ Aktion ist meines Erachtens eine der schönsten.

 

Genauso steht ein fairer Support im Vordergrund. Beschimpfungen der Gegner sind unerwünscht. Eine volle Unterstützung unserer Mannschaft quasi selbstverständlich. Aber genau hier bin ich derzeit etwas am grübeln. Ich weiß, ich bewege mich auf dünnem Eis. Nicht nur was die Gesinnung der Anhängerschaft betrifft sondern auch gegenüber meiner Überzeugung. Ich unterstütze unsere Jungs immer nach bestem Gewissen und allem was mir meine Stimme erlaubt. Auch wenn es mal nicht gut läuft, ist es für mich klar, mein Team anzufeuern. So soll es ja auch sein. Genau deswegen gehe ich unter anderem auf den Sportclubplatz.

 

Trotzdem tat ich mir schwer am Ende des Spiels gegen Schwechat kräftig zu applaudieren. Ich habe einfach nicht mehr das Gefühl, dass die Mannschaft wirklich alles gibt. Wir sind nach dem Schlusspfiff noch ewig auf unseren Plätzen auf der FHT stehen geblieben und haben über die Leistung und eben diese Geschichte mit dem Support diskutiert. Einer meiner WSK Spezies hat ein sehr gutes Beispiel gebracht. Es war eines seiner ersten Spiele, die er besucht hat. Die Auswärtspartie gegen die Austria Amateure, die wir mit 0:3 verloren hatten. Es muss entweder drei oder vier Jahre her sein. Bei diesem Match sind die Jungs gelaufen, als würde es kein Morgen geben. Haben alles versucht und waren wirklich bemüht, aber es war einfach nicht mehr drinnen. Nach der Partie feierten wir die Burschen, trotz der Niederlage, weil sie einfach alles in ihrer Macht stehende versucht haben. Da soll auch ein aufbauender Applaus kommen, gar keine Frage.

 

Derzeit empfinde ich es anders. Bei Parndorf war es noch zu sehen, aber gegen Schwechat keine Spur. Bis auf ein paar Ausnahmen war keine Laufbereitschaft vorhanden, keine Ideen im Spiel nach vorne, kaum ein gegenseitiges pushen und ich bin mir sicher, dass die Jungs mehr drauf haben. Aus diesem Grund war mein Applaus sehr verhalten. Beim nächsten Mal nach so einer lustlosen Leistung wird er von mir komplett ausbleiben. Immerhin war der Ersatz für unseren gesperrten Torhüter ein absoluter Lichtblick. Daniel Schillhammer bot eine tolle Leistung.

 

Letzte Saison war es schon denkbar knapp. Da sind wir dem Abstieg gerade noch entkommen. Wenn wir aber diese Spielzeit wirklich am Ende dem Gang in die Wiener Liga nicht mehr entkommen und wir nur deswegen eine Liga tiefer antreten müssen, weil manche einfach nicht 100% auf dem Platz gegeben haben, bin ich wirklich sauer. Es ist was ganz was anderes wenn es soweit kommt, wenn man wirklich das Gefühl hat, dass trotz aller Anstrengungen und dem ausspielen allen Könnens und aller Stärken es einfach nicht gereicht hat. Natürlich wäre es tragisch, aber wesentlich leichter zu verkraften.

 

Ich will jetzt den Teufel nicht an die Wand malen, aber von den bisherigen Leistungen, bin ich absolut nicht überzeugt.

 

Heute haben die Jungs die Möglichkeit zu zeigen, dass sie es auch anders können. Eigentlich muss heute gegen Oberwart ein Sieg her. Wenn wir nicht gegen Oberwart gewinnen können, gegen wen denn dann? Auch wenn ich derzeit nicht allerbester Stimmung bin und vor Optimismus sprühe, werde ich während dem Spiel unsere Dornbacher Buam supporten. Ich will heute Leidenschaft, Biss und den Willen zum Sieg wieder sehen. Dann gibt’s auch wohlverdienten Beifall.

 

Ein schwarz-weißes Rock’n’Roll Baby!

 

Euer

 

Zed „Moxie“ Eisler